Lightroom - wie nutze ich es? Vor- und Nachteile
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Tommy -
15. Februar 2026 um 12:04 -
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Ich nutze Lightroom nun schon ein paar Jahre. Neben Affinity Photo war es im Grunde die erste Software, als ich begann, mich mit der Bildbearbeitung tiefer zu beschäftigen. Die Cloud-Version war für mich damals die erste Wahl, da ich sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad arbeiten wollte – und durch die Cloud-Anbindung wirkte das im ersten Moment auch vorteilhaft.
Im Grunde ist Lightroom auf beiden Geräten sehr gut zu bedienen. Alles ist logisch aufgebaut und jeder findet sich schnell zurecht. Dadurch, dass ich früher ab und an Photoshop nutzte, waren die Regler in Lightroom nicht ganz so neu für mich. Von Beginn an nutze ich die 1-TB-Cloud-Version, was mir damals sehr viel vorkam. Derzeit ist mein Speicher dort zu 50 % belegt – was wohl auch daran liegt, dass ich in der Zwischenzeit Ordner und Alben etwas umstrukturiert habe, aber ebenso etwas „faul“ beim Ausmisten bin.
Bis vor 3 Jahren arbeitete ich ausschließlich mit Lightroom. In der Zwischenzeit hielten aber auch DxO PhotoLab, ON1 Photo RAW sowie Topaz Photo AI, Luminar usw. auf dem Mac ihren Platz. Ich habe vor kurzem auch Photomator ausprobiert, da die Cloud von Adobe Segen & Fluch zugleich ist. Ich mag es, abends in der Lümmel-Ecke oder unterwegs einfach nur mit dem iPad dazusitzen und damit Fotos zu bearbeiten – und diese Bearbeitungen später am Mac nochmal nachzugehen oder dort alle Bilder synchron zu haben. Das funktioniert mit der Cloud-Version sehr gut, sofern die Internetleitung ausreichend dimensioniert ist.
Das Hochladen zu Hause (normaler DSL-Anschluss) oder unterwegs bei einer etwas größeren Bildermenge dauert einfach ewig. Das liegt weniger an Adobe, sondern eher an den Verbindungen meiner Geräte zur großen Welt des Internets. Hat man den Upload geschafft, arbeitet es sich geräteübergreifend hervorragend. Alles funktioniert flüssig und schnell, auch die Synchronisation der Bearbeitungen ist ruckzuck auf dem anderen Gerät. Außerdem benötige ich beim iPad & Mac nicht die teuren TB-Varianten, und das Gefummel mit externen SSDs bleibt einem erspart – was unterwegs schon nervig sein kann, wenn die am iPad baumelt.
Außer Photomator und ON1 bieten die anderen Hersteller leider keine Software fürs iPad an. Mit Photomator habe ich experimentiert, jedoch dann mit externer SSD ohne Cloud. ON1 Photo RAW Mobile hatte ich ausprobiert – die haben auch eine Cloud-Lösung, aber meiner Meinung nach kommt die Mobile-Version nicht an die stationäre heran und ist mit Lightroom nicht zu vergleichen.
Eigentlich mag ich keine Abo-Modelle. Daher hatte ich begonnen, mich auf DxO zu konzentrieren und mit ON1 den automatischen Import der Fotos auf SSD zu bewerkstelligen – was auch sehr gut funktioniert, wenn man es einmal eingerichtet hat. Auch in Lightroom kann man lokal arbeiten, sprich ohne Cloud, aber dafür muss man die SSD eben immer dabei haben – und diese baumelt dann eben am Gerät, was mich z. B. im Flieger ein wenig nervt. Auch kann das iPad dummerweise zwar auf die Fotobibliothek zugreifen, jedoch nicht auf die SSD, was die Arbeitsweise etwas kompliziert macht und man dort auf die Cloud von Adobe angewiesen ist.
Ehrlicherweise muss dazu aber gesagt werden, dass man DxO oder ON1 per Einmalkauf erwerben und nutzen kann, jedoch kommen jährlich neue Versionen heraus, welche man dann erneut als Update kauft – was einem Abo dann schon sehr nahe kommt. Klar, man muss diese Updates nicht kaufen und kann mit der dann älteren Version weiterarbeiten. Nur bekommt der Mac ja auch Systemupdates, und es ist ungewiss, inwiefern fehlende Updates sich dann auf die Software auswirken. Topaz hat nun ebenso den Weg in ein Abo-Modell beschritten und fällt daher bei mir raus – ich nutze dies dafür dann doch zu selten.
Was die Kosten anbelangt, benötigt man ein Abo für den Mac und dann separat noch einmal für das iPad. Zusammen sind dies dann, meine ich, um die 20 € im Monat. Nutzt man die Software eine Weile dann nicht, zahlt man dennoch – was sich bei einem Einmalkauf irgendwie anders anfühlt. Auch wollte ich die Classic-Version zusätzlich installieren, mag Adobe jedoch nicht: Ich müsste das Abo kündigen, neu abschließen, irgendwie die Bilder übertragen usw. Das nervt ein wenig und bisher konnte ich mich noch nicht aufraffen, diesen Schritt zu gehen. Die Classic-Version bietet jedoch noch einige Möglichkeiten mehr. Irgendwann werde ich mich wohl überwinden und diesen Schritt gehen, was jedoch dann erneut zusätzliche Kosten erzeugt.
Im Grunde mag es sein, dass die Kosten ein wenig höher sind im Gegensatz zum Einmalkauf von DxO & Co., aber dafür bekommt man eine Software, welche relativ einfach zu bedienen ist, auf mehreren Geräten durch die Cloud genutzt werden kann und im Grunde alles bietet. Außerdem ist Lightroom dadurch immer auf dem aktuellsten Stand – man bekommt alle Neuerungen & Verbesserungen per Update ausgespielt. Ältere Versionen konnten nicht so sehr gut mit den RAW-Dateien der Fuji-Kameras umgehen, dies ist jedoch ebenso kein Thema mehr bei den aktuellen Versionen.
Früher hatte ich Lightroom auf 2 Mac minis und auf dem MacBook installiert. Irgendwann kam eine Beschränkung auf nur 2 Geräte (man kann sich an- und abmelden, dann geht’s auch auf mehreren – nervt aber), und somit habe ich Lightroom vom Büro-Rechner dann entfernt. Schade eigentlich.
Die größte Stärke von Lightroom ist natürlich das Sortieren und Archivieren seiner Bilder: Ordner und Alben anlegen, Fotos importieren und fertig. Die Suchfunktion arbeitet relativ gut, wenngleich ich diese nicht so häufig nutze, da ich mir durch Ordner eine gewisse Struktur aufgebaut habe, wodurch ich meine Bilder relativ auch nach längerer Zeit wieder finde.
Auf dem iPad arbeite ich gerne mit dem Apple Pencil, was es dort sehr einfach macht, alle Regler und Einstellungen zu bedienen. Auch Masken lassen sich damit sehr schön erstellen und machen das Arbeiten einfach etwas angenehmer als mit der Maus am Mac. Lightroom bietet auch eine Unmenge an unterstützten Objektiven an, um Korrekturen dieser anwenden zu können – sogar alte Objektive wie z. B. das Helios 44 sind dort enthalten, müssen dann aber manuell ausgewählt werden, da diese Linsen ja nicht in den EXIFs stehen. Auch kleinere Retusche, wie das Entfernen von Sensorflecken, klappt zuverlässig und ist für meine Bedürfnisse ausreichend.
Auf dem Handy nutze ich ab und an die Foto-Funktion, wo man eine Menge einstellen kann – meist, wenn ich keine Kamera dabei habe. Dies macht mehr Laune als die iPhone-eigene Foto-App, und man kann auch diese Bilder z. B. am Mac oder iPad weiter bearbeiten, da auch diese Aufnahmen in der Cloud landen.
Eigentlich wollte ich das Abo verlassen, um eben die Kosten jeden Monat zu sparen und auch, weil alles in der Cloud liegt. Zwar habe ich alle Fotos im Original auch auf SSDs gespeichert – die wären also nicht weg, wenn ich das Abo beende –, jedoch liegen die Bearbeitungen in der Adobe-Cloud. Kein Abo = keine Cloud und damit ist dann alles weg, was man über die Jahre erstellt hat. Man kann sich das zwar auch sichern und später wieder importieren (ich habe es noch nicht ausprobiert), jedoch hinterlässt eine solche Cloud-Lösung bei allen Vorteilen auch ein mulmiges Gefühl.
Dadurch, dass ich auf das Arbeiten am iPad nicht verzichten möchte, behalte ich Lightroom als Software neben DxO und ON1. Für schnelle Bearbeitungen gerade unterwegs ist Lightroom derzeit alternativlos. Wenn ich genauer bearbeite, nutze ich jedoch DxO PhotoLab, da die Entrauschung und auch die Masken dort etwas besser funktionieren. Auch mit Anbindung an die Nik Collection oder das FilmPack stehen einem mehr Möglichkeiten offen. Letztere kann man natürlich auch in Verbindung mit Lightroom nutzen, jedoch dann ohne Sync und nur auf lokaler SSD – dies ist bei PhotoLab ja aber auch so.
Als Fazit kann ich sagen: Lightroom ist eine starke Software, einfach zu bedienen und bietet alles, was man zum normalen Bearbeiten von RAW-Fotos benötigt. Es hat eine sehr gute Katalogfunktion und kann systemübergreifend genutzt werden. Einzig die fehlende Möglichkeit, auf externe Platten am iPad zuzugreifen, ist negativ zu betrachten.
Pro
• einfach zu bedienen
• immer auf dem aktuellen Stand
• geräteübergreifende Bearbeitung
• in der Cloud alle Bilder auf allen Geräten
• Objektivkorrekturen für fast alle Objektive
Kontra
• Abo
• relativ teuer je Monat
• iPad-Version: keine Möglichkeit für externen Speicher - kein Workflow mit externem Speicher
• Upload langsam - Upload großer Datenmengen dauert
Solltest Du Dir Lightroom zulegen?
Lightroom passt zu Dir, wenn Du mit dem iPad parallel arbeiten möchtest, eine einfache Bedienung Dir wichtig ist, Daten in einer Cloud kein Problem sind und ein Abo kein Problem darstellt
Lightroom passt nicht zu Dir, wenn Du kein Abo möchtest, Du viel mit externen Festplatten arbeitest (iPad), Du meist Offline bist
Dies bezieht sich jedoch auf die Cloud Version, nicht auf die Lightroom -Classic ![]()
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